FAQs
Warum trete ich parteiunabhängig an, obwohl ich Mitglied der CDU bin?
Ich bin seit vielen Jahren Mitglied der CDU und aktuell auch Beisitzer im Ortsverband Niederselters. Die Frage nach meinem parteiunabhängigen Antritt zur Bürgermeisterwahl ist daher nachvollziehbar und berechtigt.
Gerade weil ich die Strukturen kenne, weiß ich, wie wichtig Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg ist. In unserer Gemeindevertretung sitzen derzeit sechs Fraktionen, die jeweils zwischen vier und sieben Sitze innehaben und das bei insgesamt 31 Gemeindevertretern. Daran sieht man, dass keine politische Gruppierung allein den Weg vorgeben kann und sich Mehrheiten nur gemeinsam bilden lassen.
Aus meiner Sicht ist es in dieser Situation entscheidend, dass der Bürgermeister als verbindendes Element wirkt. Er sollte die Interessen möglichst vieler Fraktionen zusammenführen, Brücken bauen und Kompromisse ermöglichen. Nur so können wir in der Gemeindevertretung Entscheidungen treffen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden und damit auch langfristig Bestand haben.
Mit meinem parteiunabhängigen Antritt möchte ich ein klares Zeichen setzen. Die Arbeit als Bürgermeister soll von Sachorientierung, Transparenz und dem Willen zur Zusammenarbeit geprägt sein. Ich trete unabhängig an, weil ich überzeugt bin, dass dies die beste Grundlage für eine vertrauensvolle, konstruktive und zukunftsorientierte Gemeindepolitik ist.
Warum wurde für das Biotop „Nippchen“ in Niederselters so viel Geld ausgegeben? Hätte man dieses Geld nicht besser in die Sanierung maroder Straßen investieren können?
Zunächst einmal ist es mir wichtig klarzustellen, dass es sich bei diesem Projekt um eine Herzensangelegenheit im Rahmen meiner über dreißigjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit im NABU Niederselters handelt. Der NABU hat die gesamte Fläche der beiden Biotope (Karl-Rembser-Biotop und „Unterm Nippchen“) von der Gemeinde gepachtet und trägt die Verantwortung für Pflege und Weiterentwicklung.
Die Finanzierung lief dabei nicht zulasten der Straßensanierung. Von den bislang investierten rund 750.000 € stammen über 670.000 € aus zweckgebundenen Fördermitteln von Land, Bund, Umweltstiftungen sowie von Sponsoren, Vereinen und Privatpersonen. Diese Gelder sind ausschließlich für Natur- und Artenschutzprojekte vorgesehen und dürfen rechtlich nicht für Straßenbau oder andere Zwecke eingesetzt werden. Hätten wir sie nicht für das Biotop eingeworben, wären sie in andere Gemeinden oder zurück in die Haushalte von Bund und Land geflossen. Wir können also stolz darauf sein, dass diese beträchtlichen Mittel in Selters für ein Vorzeigeprojekt des Naturschutzes eingesetzt wurden.
Auch die Gemeinde hat zu Beginn ihren Beitrag geleistet, unter anderem durch den Bauhof. Seit der NABU die Flächen gepachtet hat, werden die gemeindlichen Zuschüsse – wie bei allen Selterser Vereinen – über die reguläre Vereinsförderung abgewickelt. Hier beträgt der Zuschuss in der Regel 10 % der Investitionssumme, über den die Gemeindevertretung entscheidet.
Die Wirkung des Projekts ist bereits sichtbar. Zahlreiche, teils seltene Vogelarten nutzen das Gebiet inzwischen während des Vogelzugs oder sogar als Brutplatz. Das Biotop wird zudem von Besuchergruppen aus Nah und Fern mit großem Interesse besichtigt und stärkt so auch die Wahrnehmung unserer Gemeinde. Führungen durch den NABU sind auf Anfrage jederzeit möglich. Nebenbei bemerkt haben auch andere Kommunen aus unserer Region ihr Interesse bekundet, ähnliche Projekte zu initiieren.
Nicht zuletzt lebt dieses Projekt vom großen ehrenamtlichen Engagement unserer NABU-Mitglieder, die viele Stunden in Pflege und Weiterentwicklung investieren. Damit wird das Biotop „Nippchen“ sowie das „Karl-Rembser-Biotop“ zu einem echten Gewinn für Natur, Artenvielfalt und die Attraktivität unserer Heimatgemeinde.
